Reise blog von Travellerspoint

China - Yangshuo


View Einmal rundrum auf nis's Reise-Karte.

Hallo zusammen! Diesmal schreibe ich aus Yangshuo. Das liegt in der Provinz Guangxi und damit so ziemlich ganz im Sueden von China wenn man hiesige Dimensionen beruecksichtigt. Die letzten 3 Wochen haben wir fast ausschliesslich hier verbracht. Uns wurde dies nur deshalb nicht langweilig, weil hier ne Menge (und das ist eigentlich noch untertrieben) grosser Karsthuegel rumstehen, an denen es sich ganz hervorragend klettern laesst. Da wir so haeuslich waren, bezieht sich alles folgende nur auf Yangshuo und dessen Bewohner. Dies duerfte allerdings nur teilweise ein repraesentatives Bild fuer China abgeben:

Allgemeines
Yangshuo selber ist ein kleines, sehr touristisches Staedtchen mit ungezaehlten Hostels, Cafes, Bars, Restaurants und Shoppingmoeglichkeiten. Die Gegend allgemein ist ein sehr beliebtes Reiseziel auch unter Chinesen und hat's sogar auf den 20-Yuan-Schein geschafft. Weil's so touristisch ist, scheint auch ganz gut Geld dazu sein um fuer ein angenehmes, sauberes Stadtbild zu sorgen. Gluecklicherweise ist aber nicht Hauptsaison. Dies liegt in erster Linie an den Temperaturen. Heuer ist der hiesige Winter leider einen ganzen Monat frueher gekommen, was auch die Ureinwohner recht ueberrascht hat. Daher war's ueberwiegend recht frisch bei Tageshoechsttemperaturen um die 7 Grad. Das, sowie ein unbeheiztes Hotelzimmer hat uns dazu bewogen, doch schon Daunenjacke und -schlafsack auszupacken, was eigentlich erst fuer Neuseeland vorgesehen war. Gluecklicherweise hatten wir die Seesaecke mit dem ganzen Zeug eher zufaellig dabei, sonst haetten wir uns hier wohl mit allerlei feinen Stuecken aus den hiesigen "Jack Wolfskin"-, "North Face"-, "Adidas"- und sonstigen Stores einkleiden muessen (so, product placement auch erledigt). Ausserdem war's auch nicht die ganze Zeit so kalt. In der Summe hatten wir etwa eine Woche sogar sommerliche Temperaturen. Ausserdem ist der Grip (Halt am Fels) bei niedrigeren Temperaturen ja eh besser:D.

Menschen
Gleich zu Beginn war der doch recht krasse Unterschied in der Stellung der Frauen zur indischen Gesellschaft auffaellig. Waehrend letztere eher arabische Zuege traegt, die Frauen also weniger bis nichts zu sagen haben, ist's hier ganz anders. Der groessere Teil der Laeden, Hotels, Restaurants wird fast ausschliesslich von Frauen betrieben. Frauen fahren sogar alleine Motorrad - in Indien undenkbar...

Ansonsten sind die Chinesen nahezu alle so freundlich und hoeflich, wie man ihnen nachsagt. Die Kinder sind immer unglaublich begeistert wenn sie einen sehen und ueben fleissig die Aussprache ihres wohl noch einzigen englischen Wortes: Hello. Im Gegensatz zu den indischen Kindern sagt hier auch keines: "Hello!! - Schoolpen? - Chocolate? - Money?" (immer in der Reihenfolge!). Etwas komisch mutet es manchmal an, wenn Chinesen scheinbar grundlos ploetzlich sehr aufgeregt losschimpfen. Beobachtet bei Gespraechen untereinander oder auch mit einem selber. Ihr Redeschwall ist dann nahezu nicht zu bremsen, auch wenn sie wissen, dass man sie nicht versteht, was in solchen Momenten natuerlich von Vorteil ist. Ueberhaupt wirken hier viele ziemlich hektisch, vielleicht sind wir aber auch schon so traege geworden;-). Ansonsten ist Kommunikation mit Haenden und Fuessen selbstverstaendlich unumgaenglich und alltaeglich.

Essen
Chinesisches Essen muss ich ja wahrscheinlich eher nicht beschreiben, nur so viel: Chinesen in Deutschland scheinen sich weitestgehend an die Originalrezepte von daheim zu halten. Nach dem immer sehr wuerzigen aber tendenziell oft weichgekochten Essen in Indien war es eine willkommene Abwechslung, hier knackiges Gemuese und nackten Reis zu bekommen. Vegetarische Gerichte gibt es nahezu gar nicht, so dass die Abwechslung mehr durch den Wechsel der Lokalitaeten entstand. Sehr angenehm sind Garkuechen, in denen sich man sein Zutaten selber zusammensucht und nur noch dem Koch zum kurzen Anbraten gibt. Soweit alles prima!

Nicht so toll ist's, wenn man mal nicht Essen gehen will. Das Supermarktangebot ist - gelinde gesagt - gewoehnungsbeduerftig. Ich glaube, China ist ein Paradies fuer Lebensmittelchemiker, wenn's nicht kuenstlich schmeckt, kann's nicht gut sein. Ausserdem haben sie hier so nette Mogelpackungen, auf denen zum Einen nicht annaehernd das abgedruckt ist, was drin ist, die zum Anderen auch noch mit moeglichst viel Luft aufgepumpt sind. Auch eingeschweisste Luftpolster haben wir schon zu Gesicht bekommen. Ueberhaupt scheinen die Chinesen einem ausgesprochen ausgepraegtem Plastikfetischismus zu froenen, der sich in der Anzahl Verpackungsschichten, aber auch in Einmaltischdecken und Dergleichem manifestiert. Aber wenn man sich mal dran gewoehnt hat, kommt man schon aus.

Klettern
Das wiederum ist hier ziemlich klasse! Es gibt einen hervorragenden gedruckten Fueher mittels dem sich nahezu alle Gebiete problemlos finden lassen. Lediglich eines war etwas verzwickt aufzuspueren. Passenderweise heisst der Fels "The Egg", was nicht wirklich hilfreich ist, da hier eigentlich alles eifoermig aussieht. Auch die Zugaenglichkeit stand in ihrer Einfachheit in keinem Vergleich zu Indien. Da alle Gebiete in Radlentfernung um die Stadt verteilt liegen, haben wir uns fuer die gesamte Zeit Fahrraeder geliehen. Eine weitere Beschreibung des Felses erspare ich euch nun mal (ohhhh), vielleicht bei anderer Gelegenheit mal wieder (Yuhuuu!!!).

Pausetage
... haben wir entweder im warmen Cafe oder mit Erkundungen der Stadt und des Umlandes verbracht. Nur an einem Tag zog es uns mal weiter weg und wir haben eine Touristenbustour (richtig mit Fueher mit Faehnchen:-)) zu einem kleinen Bergbauerndorf umgeben von Terrassenreisfeldern gemacht, dessen Haupteinnahmequelle wohl aber der Tourismus sein duerfte. War trotzdem ganz nett, wenn auch nicht einsam. Urspruenglich wollte ich mir eigentlich auch den 3-Schluchten-Staudamm - der lediglich in der Nachbarprovinz liegt - anschauen, aber als ich von einer 18stuendigen Zugfahrt Wind bekam, schlug ich mir das schnell aus dem Kopf. Den Fels konnte ich nicht so viele Tage entbehren;-). Nee, im Ernst, wir waren froh, die letzten 3 Wochen einen festen Bezugspunkt zu haben, insbesondere angesichts des Vorhabens, in Laos wieder mehr herumzureisen. Ausserdem gibt's hier tatsaechlich einfach genug zu tun.

Nun werden wir uns noch 3 Tage Hong Kong anschauen, worauf wir uns nach all dem Landleben doch wieder sehr freuen. Da ich bereits gar nicht so selten gefragt wurde, vielleicht noch eine Bemerkung zu dem weltweiten Zugang zum weltweiten Netz: In Indien gab's in jedem Ort (ausser vielleicht in dem Kaff Ramanagaram, aber vielleicht sogar dort) ein gut gepflegtes Internetcafe fuer geldbeutelschonende 10 bis 70 Eurocent die Stunde. Hier in Yangshuo liegt's sogar tatsaechlich nahezu auf der Strasse rum. Um aus der Masse hervorzustechen ist ein findiger Hostel- oder Cafebesitzer auf die glorreiche Idee gekommen, Kunden mit kostenlosem Internet zu locken, was natuerlich keines der umliegenden Etablissements auf sich sitzen lassen konnte. Praktisch, was? Mal sehen, wie's in Laos ist, aber ich denke mal so wie in Indien... Wuensche bis dahin allseits eine angenehme Vorweihnachtszeit!

Eingestellt von nis 21:50 Archiviert in China

Versende diesen EintragFacebookStumbleUpon

Inhalt

Schreibe als Erster einen Kommentar dazu.

Sie müssen angemeldet Mitglied der Travellerspoint um Kommentare diesem Blog.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

Wenn Sie noch nicht Mitglied sind von Travellerspoint, werden Sie Mitglied kostenlos.

Join Travellerspoint