Reise blog von Travellerspoint

Indien


View Einmal rundrum auf nis's Reise-Karte.

Willkommen zu meinem Reisetagebuch! Hier will ich innerhalb der naechsten 12 Monate in mehr oder weniger regelmaessigen Abstaenden Eindruecke und Erlebnisse schildern. Die Reise geht mit Ausnahmen nahezu einmal um die suedliche Erdhalbkugel. Einen Ueberblick ueber die geplante bzw. schon bereiste Strecke bietet ein Klick auf: Einmal rundrum.
Ich bin zusammen mit meiner Freundin Christine unterwegs, also nicht wundern, wenn ich von "uns" rede:-) Um eine gewisse Struktur reinzubringen, werde ich mich bemuehen, die Eintraege nach Ueberbegriffen oder Orten zu gliedern.

Allgemeines

Unser erster Stop ist Indien, genauer gesagt lediglich der Suedwesten (Bundesstaaten Karnataka, Goa, Kerala und Tamil Nadu). Mittlerweile sind wir seit 2 1/2 Wochen hier und haben einen ersten Eindruck vom Leben hier. Das vielleicht vorneweg: Leben gibt es hier reichlich. Es quillt foermlich aus allen Ecken und Enden. Das faengt bei den Menschen an: Die Inder scheinen im Allgemeinen gerne alles in Gruppen zu machen. Insbesondere hat hier das Arbeiten eine starke soziale Komponente. Ueberall, wo Menschen irgendeinem Gewerbe nachgehen, sei es in den Laeden, auf Baustellen, an Busstaenden etc. stehen ausser den sichtlich Beschaeftigten immer noch eine Menge weiterer Inder herum, die zuschauen, mitreden/-handeln oder irgendwelche Botenjobs uebernehmen. Man fragt sich z.B. wie sich ein winziger Handyladen scheinbar 5 Angestellte leisten kann bzw. vielmehr, wie alle davon leben koennen.
Neben und zwischen all diesen Menschen leben noch ne Menge Tiere: Zuersteinmal selbstverstaendlich Kuehe, die hier tatsaechlich Narrenfreiheit geniessen und maximal durch Rufen oder mittels Wassereimern vertrieben werden, wenn sie sich den Ladenauslagen naehern. Auch auf den Strassen haben sie immer Vorang. Wenn sie sich durch Hupen nicht verscheuchen lassen, muss der Verkehr halt aussenrumkurven. Dann gibt's zahllose mehr oder weniger verkommene Hunde, die den allgegenwaertigen Muell durchforsten und fast ausnahmslos ne ziemliche Angst vor Menschen haben (interessanterweise gibt es auch gutgenaehrte Haushunde). Eine noch effektivere Muellbeseitigung stellen die Schweine dar, die - nach laengerer Ueberlegung - nur diese eine Aufgabe haben koennen, da man in Indien einfach kein Schwein isst. Sie leben buchstaeblich in der Gosse und scheinen fast alles zu fressen (inkl. sich gegenseitig, sofern sie tot sind). In einigen Gegenden und Staedten leben desweiteren viele Affen, die wohl eher keine Funktion erfuellen sondern im Gegenteil, eher nicht so gern gesehen sind. Wir konnten dies anfangs noch nicht ganz verstehen, bis mir, nachdem wir beim Baecker eingekauft hatten, ein Affe vom Dach an den Arm sprang, mit der freien Hand in Volleyballer-Manier nach der Tuete schlug, die aufplatzte. Wir lieferten uns ein Wettrennen um den davonkullernden Inhalt, wobei wir uns beide mit einer Beuteteilung zufrieden geben mussten. Seither sind wir etwas skeptischer, wenn sich Affen naehern;-) Nichtsdestotrotz kann man ihnen stundenlang zuschauen, weil bei denen - noch mehr als bei den Indern - immer was los ist.
Der dritte Teil des Lebens - genau, das Gruenzeug - ist ebenfalls ueppig und bestaendig vorhanden. Bananenplantagen und Kokosnusspalmen gehoeren hier zum ueberwiegenden Landschaftsbild. Ansonsten alles moegliche, was man sich so vorstellen kann, Indien importiert angeblich nahezu keine Agrarprodukte - also ein ziemlich gruenes Land, wobei hier im Sueden natuerlich tropisches Gruen.

Reisen

Das Reisen hier ist ne unterhaltsame wenn auch selten entspanndende Angelegenheit. Weiter als 300, allerhoechstens 350 km an einem Tag reisen zu wollen, braucht man wohl gar nicht erst zu versuchen, egal mit welchem Verkehrsmittel.
Innerhalb der Staedte bewegt man sich - wie wohl in nahezu ganz Asien - mit Autorikschas fort, die grundsaetzlich einmal, wie nahezu alles hier, ziemlich guenstig sind. Fuer ein 5km lange Fahrt zahlt man etwa 60-70 Cent, wenn man sich nicht arg uebers Ohr hauen laesst, was gerade bei Rikschas anfangs leicht passieren kann. Noch erwaehnenswert ist, dass die Fahrzeuge hier natuerlich mindestens vorbildlich gefuellt, also mind. 2 Passagiere pro Motorrad und 5 pro Auto, sie's aber auch gerne mal uebertreiben mit ihren Fahrgemeinschaften. Als wir mal einen Inder fragten, ob es eine Regel gaebe, wie viele Menschen in einem Auto fahren duerften, sagte dieser, es gaebe lediglich die Vorschrift, dass auf dem Fahrersitz nur einer sitzen duerfe.
Fuer Ueberlandreisen nehmen die Inder am liebsten den Bus. Das ist durchaus eine spannende Angelegenheit. Insbesondere die Busfahrer sind mutige Gesellen, fuer die waghalsige Ueberholmanoever wohl zum Selbstverstaednis gehoeren. Aber auch sonst, faehrt der Inder i. A. da, wo noch Platz ist und sei er noch so gering. Darueberhinaus sind auch die grossen Strassen eher Pisten und eigentlich kann man immer froh sein, wenn sie nicht asphaltiert sind, weil dann die Schlagloecher wesentlich kleiner ausfallen. Dementsprechend sind die Fahrzeuge ueberwiegend ziemlich gelaendegaengig, insbesondere die Lastwaegen, was wiederum dem Strassenzustand wohl nicht zugute kommt. Auch hier reiht sich aehnlich wie auf den rechten Spuren deutscher Autobahnen, ein LKW an den anderen (nur dass es i.d.R. insgesamt lediglich 2 in beide Richtung befahrene Spuren gibt), was dem Kolonnenhuepfen mit dem Bus den eigentlichen Reiz verleiht.
Die andere Moeglichkeit, auf dem Landweg zu reisen, ist der Zug. Das Netz ist flaechenmaessig recht weitreichend. Auch ist die Reisegeschwindigkeit geringfuegig hoeher, als die beim Bus. Darueberhinaus ist es sogar noch guenstiger (fuer 250km: Zug 5. Klasse ca. 1 Euro p.P., Bus ca. 1,70). Die meisten laengeren Strecken werden jedoch max. 1mal pro Tag befahren, so dass es an Umsteigebahnhoefen durchaus zu laengeren Wartezeiten kommen kann. Bei unserer letzten Reise sind wir um 15 Uhr in Hubli (das dem Namen nach durchaus auch in der Schweiz liegen koennte*g*) angekommen, um um 23 Uhr den Nachtzug nach Goa zu nehmen. Da wir es trotzdem geschafft haben, die Reservierung zu verpennen, haben wir schliesslich eine kuschelige Nacht - leider haben wir keine Liegeplaetze auf den Gepaeckablagen mehr bekommen:-( - in der 5. Klasse verbracht, die, wie wir waehrend der Fahrt erfuhren, die letzte Klasse ist. Dementsprechend waren die uns umgebenden Inder doch auch etwas verwundert, warum wir so reisen. Ein Inder (Bahnangestellter) fragte mich auch, wie schnell die Zuege maximal in Deutschland fahren und wie das technisch moeglich sei, was ich ihm leider nicht zu seiner Zufriedenheit beantworten konnte.

Essen

... ist hier hervorragend. Es schmeckt eigentlich immer sehr gut und was auch sehr klasse ist (zumindest wir 2 finden's gut), dass es ausnahmslos wesentlich mehr vegetarische als nicht-vegetarische Gerichte gibt (wir sind noch lang nicht durch;-)). Die Inder leben im Allgemeinen ziemlich gesund. Auffallend wenige Maenner (Frauen eh nicht) rauchen und auch trinken wenige Menschen (natuerlich auch nur Maenner), wobei nicht ganz so wenig wie in arabischen Laendern und wenn was getrunken wird, dann meist gleich Whisky. Essen ist selbstverstaendlich auch ziemlich guenstig. Fuer 1,50 - 2 Euro (wenn man sich an die Nicht-Touri-Restaurants haelt) kann man reichhaltig zu Abend essen, so dass auch ich gut satt werde;-) und tagsueber kann man sich an Obststaenden oder in kleinen Garkuechen fuer einiges weniger versorgen.

Hampi

Nachdem wir in Bangalore gelandet waren, wollten wir ziemlich schnell raus aus dieser hektischen Stadt. Wir haben also unsere Seesaecke am Bahnhof aufgegeben und sind mit wesentlich kleinerem Rucksack zum Busbahnhof.
In Hampi haben wir einige Tage damit verbracht, die Gegend zu erkunden, ein paar Tempel etc. anzuschauen, zu Bouldern und uns gemaechlich einzuleben. Die Landschaft dort ist uebersaet mit Granitbloecken, so dass es nahezu unendlich viele Bouldermoeglichkeiten gibt, was den eigenen Entdeckergeist fordert. Ein paar Fotos (-> Bilder-
Galerie) sagen hier, glaube ich, mehr als weitere Worte.

Badami

Der naechste Stopp war Badami, ein 5000-Einwohner-Staedtchen, am Rande einiger Sandsteinmassive. Ausserdem gibt's dort einige Tempel und in den Stein gehauene Hoehlen. Die meisten Touristen bleiben nur fuer eine Nacht, da ein Tag ausreicht, alle Sehenswuerdigkeiten zu besichtigen. Wir wollten jedoch in erster Linie etwas klettern und haben daher 4 Naechte dort verbracht. Die Stadt war nach dem ziemlich touristischen Hampi (v.a. viele Backpacker) nun wohl etwas indischer und das Gesagte zur Tierwelt bezieht sich v.a. auch auf diesen Ort. Das Klettern ist etwas abenteuerlicher als Sportklettern in unseren Breitengraden. Einen grossen Teil der Zeit haben wir damit verbracht, durch die Pampa zu stapfen (mitunter vertrieben von knurrenden Affenhorden) und Felsen zu suchen. Es gibt naemlich einige eingebohrte Routen, die wir schliesslich auch fanden (nicht alle waren schwer zu finden). Leider fehlten interessanterweise eigentlich immer die ersten zwei Bohrhackenlaschen, so dass nur noch die Stifte steckten. Andere Routen waren generell recht sparsam eingebohrt, so dass wir uns ueberwiegend auf's Topropen beschraenkten (shame on me;-)), da Umlenker zumindest ausreichend vorhanden und ueberwiegend leicht zugaenglich waren. Spass gemacht hat's trotzdem, da der Stein echt cool war und ich sowas auch noch nicht geklettern bin. Das war's auch schon mit den ersten Klettererfahrungen out of good old europe und wir sind weiter nach...

Goa

Nach einer doch recht schlafarmen Reise (fuer Christine noch mehr als fuer mich) sind wir mittlerweile in Goa. Dies ist DAS Badeziel mit vielen weissen Kirchen (scheint ne Christenenklave hier zu sein...) und palmenbestandenen Straenden. Dementsprechend ist's ziemlich touristisch, wobei zum Glueck noch Vorsaison ist und daher doch noch recht ruhig. Wir machen eigentlich nicht viel mehr als Baden, Essen und Chillen, was auch mal echt nett ist. Dementsprechend gibt es nichts weiter spannendes zu erzaehlen.

So, das soll's fuer heute mal gewesen sein. Ich denke, ich werd hier bevor wir Indien verlassen (in 2 1/2 Wochen) nochmal etwas weiterschreiben. Insbesondere die netten, lustigen Inder verdienen noch eine ausfuehrlichere Beschreibung*g*. Bis dahin!

Eingestellt von nis 10:29 Archiviert in Indien

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Kommentare

Wahnsinn !!! Und ich wollte dich anrufen ;) Da muss ich wohl noch etwas warten, aber deinen Blog werde ich mit Hochspannung verfolgen!
Bon voyage, und liebe Grüsse, Anne

von Anne Paris

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